Mittwoch, 19. Januar 2011

Karl Selent - Dialektik der Gegenaufklärung

Eintritt: frei Location: Druckluft Oberhausen, Café Zeit: 20.00h, Mi 19.1.

Der Referent thematisiert jene Gegenaufklärung, wie sie in den deutschen Fürstentümern, in der deutschen Nationalbewegung als "romantische Reaktion" (Franz Mehring) auf die französische Aufklärung, die französische Revolution wirkmächtig geworden ist. Nicht Nationalismus französischer Prägung war in deutschen Landen gefragt, sondern völkischer, abstammungs-, blutsmäßiger Nationalismus. Hatte der Vormarsch der französischen revolutionären Armeen in die deutschen Fürstentümer den Juden die Befreiung aus dem Ghetto gebracht (Mainz), die Aufhebung Jahrhunderte alter Ansiedlungsverbote (Köln, Lübeck, Bremen), desgleichen das Bürgerrecht (nicht in Österreich u. Sachsen), so folgte auf die deutschen "Befreiungs"kriege: die Restauration, die erneute Unterwerfung der Juden unter die alten antijüdischen Bestimmungen. Es soll der „Sieg der Romantik" (Franz Mehring) bis hin zum verhängnisvollen Scheitern der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848 thematisiert werden. Nicht Humanismus, sondern Anti-Humanismus, nicht Liberalismus, sondern Anti-Liberalismus, nicht Materialismus, sondern Anti-Materialismus, nicht Kommunismus, sondern Anti-Kommunismus waren in den deutschen Fürstentümern, im militaristischen deutschen Kaiserreich, in der Weimarer Republik, der "Republik ohne Republikaner", angesagt. Weil Aufklärung hierzulande Minderheitenströmung blieb, ihre Niederlage nie wettzumachen vermochte, nie tatsächlich wirkmächtig wurde ("Der Kaiser ging, die Generäle blieben"),soll hier nicht die Dialektik der Aufklärung thematisiert werden, um den Nazifaschismus zu erklären, sondern die Dialektik der Gegenaufklärung. Auf der Grundlage literatursoziologischer Studien der Kritischen Theorie über "Die Romantik - die verdrängte Revolution" (Leo Löwenthal) soll "die Sonderentwicklung (!) des bürgerlichen Bewußtseins im Deutschland des 19. Jahrhunderts verfolgt" werden, eben jener "romantische Antimodernismus", der zusammen mit weiteren, späteren literarischen Strömungen "zum Syndrom der gescheiterten bürgerlichen Revolution" sich fügte. Es soll mit der editorischen Nachbemerkung zu Löwenthals Studie der Frage nachgegangen werden, "warum sich ein aufgeklärtes bürgerliches Bewußtsein in Deutschland nie hat festigen können". Es soll der Unterschied gezeigt werden zwischen "Kultur und Culture" (Adorno), also zwischen dem, was man in Deutschland meint, unter Kultur verstehen zu müssen, und dem, was man in den USA mit Culture verbindet. Um es mit der Überschrift eines Artikels von Adorno zu sagen: Es soll
Antwort gegeben werden "Auf die Frage: Was ist deutsch".


Karl Selent ist Lehrbeauftragter an der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg Essen. Er veranstaltet gemeinsam mit dem marxschen Soziologen Prof. Dankwart Danckwerts die Seminarreihe "Dialektik der Gegenaufklärung".


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Ich persönlich freue mich sehr auf den Vortrag und kann es kaum erwarten. Vielleicht habe ich nun auch das Interesse einiger anderer geweckt.

Hauptsache ich komme hier mal weg von Sprachwissenschaften, Totentäntzen und Latein ;)

Kommentare:

  1. ja ichbin auch froh dass ich nicht alleine bin und es noch andere gibt die „wenig“ alcke haben xD
    ja bunt mag ich nicht so ist auch doof..ich lackiere sie eigentlich nur 1 mal die woche und wenn man sie bunt hat muss man das ja alle paar tage machen da es abblätter bei mir jeednfalls immer schnell)… und beim arbeiten finde ich nudetöne eh etwas angepasster ;D
    liebe grüße

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  2. Klingt interessant! Wie wars denn?
    Ich hab dich übrigens getaggt: http://die-mit-dem-rotstift.blogspot.com/2011/01/komischer-tag.html

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