Donnerstag, 21. Juli 2011

Hausarbeit: Schrein der Gertrude - Juhu

Endlich habe ich diese fürchterlichen Prüfungen hinter mir, auch wenn es besser hätte laufen können. Nun habe ich Ferien, denn Hausarbeiten sind ehrlich gesagt ziemlich chillig. Naja, sofern man denn ein vernünftiges Thema hat.
Ursprünglich wollte ich mir in den Ferien somit auch ein paar Grundlagen für LaTex aneignen. Dort kann man quasi seine Dokumente selbst programmieren. Besser als Word, da man dem Programm so direkt sagen kann, was es machen soll, wie etwas auszusehen hat und man ärgert sich weniger rum.

Wird also Zeit euch auch dieses Thema mal vorzustellen:

Der Schrein der hl. Gertrude, Nivelles


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Diese Abbildungen sind allerdings von einer Kopie des Schreins, da der Originale 1940 durch einen Bombenangriff verbrannt und geschmolzen ist. Die Reliquien sind erhalten geblieben.

Daraufhin wurde 1982 allerdings erst ein neuer Schrein von Félix Roulin angefertigt, der einige Überreste des alten Schreins beinhaltet.


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Das ist die Abtei von Nivelles wie sie heute aussieht:


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Dieses Kloster wurde von Iduberga von Nivelles bereits um 640 gegründet. Auch ihre Tochter Gertrude sollte ein Leben als Nonne führen und wurde später Äbtissin. Selten liest man aus dieser Zeit oder auch dem späteren Mittelalter von einflussreichen udn bedeutenden Frauen. Und erst recht nicht von weiblichen Klerikern.

Gertrud war bedeutend für das Kloster. Sie ließ sich Bücher und Schriften aus Rom kommen, setzte sich für die Bildung der Frauen ein und vollführte natürlich so einige Wunder. Diese wurden kurz nach ihrem Tod bereits von zeitgenössischen Mönchen, die sie gekannt haben, niedergeschrieben.

Wenige Jahre nach ihrem Tod wurden die Gebeine bereits wieder erhoben und überführt. Sie galten bereits als Reliquien, als Überreste Heiliger, und wurden verehrt. Bei Prozessionen und verschiedenen anderen Festen sollten die Gebeine den Gläubigen gezeigt werden, damit auch ein wenig der "heiligen Aura" auf sie nieder gehen würde. Sie gedachten ihrer und beteten zu ihr, damit Gertrude Fürbitte für sie hielt.

Eines ihrer vielen Wunder soll die Vertreibung von Ratten und somit die Rettung der Ernte durch ein Gebet gewesen sein. Die wichtigsten jedoch, die Heilung Kranker und Wiederbelebung bereits verloren Geglaubter, bewirkte sie erst nach ihrem Tod. So wurde z.B. ein kleiner Junge wiederbelebt, als er auf das Bett der hl. Gertrud gelegt wurde. Somit wurde dieses Bett später auch verehrt.

Reliquien selbst müssen nicht immer die Gebeine der Heiligen selbst sein. Sehr oft werden auch sogenannte Sekundärreliquien, also Dinge, die mit dem Heiligen in Verbindung standen, verehrt. So kommt es dann vor, dass sich in Reliquiaren Stücke der Kleidung, des Betts (wie hier) oder Stücke der Stäbe der Kleriker befanden. Manchmal galten auch die Überreste der Menschen, die mit dem Heiligen in Verbindung standen, als heilig. Ein Beispiel wäre hier Köln. In der sich dort befindenden Kirche St. Ursula werden bis heute nicht nur die Reliquien der heiligen Ursula und ihrer 11 Jungfrauen verehrt, sondern auch allmögliche Adelsgeschlechter, die mit ihr in Verbindung gebracht werden konnten.

Wozu eigentlich ein Reliquienschrein?
Normalerweise werden ja Reliquien bei der Weihe der Kirche in oder unter den Altar eingemauert. Das wurde den Geistlichen wahrscheinlich zu langweilig und etwas Neues musste her. Etwas, womit man die Gläubigen zu Scharen in die Kirche locken konnte. Und da kam die Idee: Hey, lass uns doch die Reliquien den Menschen nahe bringen, vielleicht spenden sie auch noch dafür!
So schaffte man dann aufwendig gestaltete Behälter, die wie hier in diesem Fall auch gerne mal architektonische Züge aufwiesen. Bei diesem Schrein hier ist der basilikalische Aufbau nicht zu übersehen.

Allerdings waren die Reliquienschreine auch eine praktische Angelegenheit in der Zeit des Analphabetismus': Die Schreine wurden mit Szenen aus dem Leben des Heiligen beschmückt. So wusste jeder direkt, was dort eigentlich drin ist und wer dieser Jemand überhaupt war.

Einer der bekanntesten Schreine ist wohl der Dreikönigenschrein aus dem Kölner Dom.




Und wer sich das Ganze nun tatsächlich durchgelesen hat, der kann sich stolz selbst auf die Schulter klopfen und sich auch noch eins von mir vorstellen.
Denn ich selbst konnte in diesem Seminar nicht aufpassen. Zuviele Referate und zuviel Beschreibung der Reliquiare. Achja, hier noch ein paar andere Formen des Reliquiars:

sprechende Reliquiare (Form zeigt bereits den Inhalt)


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andere


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Goldene Kammer der St. Ursula, Wände mit Knochen der 11.000 Jungfrauen beschmückt. Eigentlich 11 Jungfrauen, aber röm. Friedhof befand sich unter der Kirche und ergab viele viele neue Reliquien


via, Blutreliquie

Kommentare:

  1. Hallo :-)

    Wirklich schöner Post!
    Viel Erfolg bei deinen Hausarbeiten *-*

    Alles Liebe

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  2. Ieh eine Blutreliquie >_<
    Ist da echt Blut drinne?! D:

    Aber ich find das Thema ehrlich gesagt sehr spannend! (:

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