Dienstag, 27. März 2012

Keramikkunst nur für Kaiser?

Das ist längst Schnee von gestern. Oder Staub. Oder so.
Wenn man heute an Keramik denkt, kommen einem nur Omas kitschige Porzellanfigürchen oder -püppchen in den Sinn. Oder diese schlechten "Statuen" aus billigen Dekogeschäften. Längst schien der Wert des Materials, des Arbeitsprozesses verloren gegangen zu sein. Ich selbst denke dabei nur noch an meinen Töpferkurs aus der Grundschule zurück - und an mein Nilpferd-Pferd.

Im Kunstmagazin meines Vertrauens entdeckte ich schließlich einen Artikel, der mich nicht mehr losließ. Neue moderne Keramikkünstler schaffen aus toten Klumpen lebendige florale, ornamentale Formen. Besonders angetan hat es mir dabei Johan Creten.

Der Belgier formt riesige verstörende Kunstwerke die zwischen "gerade-aus-der-Muschelfarm-entstiegen" und "Aliengeburt" wandern. Ich wünschte, ich könnte euch nun an dieser Stelle mein meeresblaues Lieblingsstück zeigen, allerdings kann ich es im Internet nirgends finden (genauso wie andere biographische Daten außer Ausstellungsdaten).




"Odore di Femmina, Gros Vulve en Bleue de Sèvres" 2004
Glazed Sevres stoneware / Grès émaillé en bleu de Sèvres
(Production de Johan Creten avec la Manufacture Nationale de Sèvres)
15 3/4 x 13 x 5 1/2 inches / 40 x 33 x 14 cm
unique

Photograph: André Morin
Courtesy: Galerie Perrotin, Paris



Venus à la Moule
grés chamotte, emails bleu de Sèvres et cristallisations
pièce unique
2007
90 x 50 x 40 cm
private collection

via



Auf der Seite der Galerie Perrotin findet ihr noch weitere, sehr skurrile Skulpturen. Achtet dabei jedoch nicht nur auf die Formen, sondern auch durch die farbgebende Lasuren, die ihren Teil zum Effekt abgeben. So wirken zwei sich ähnelnde Plastiken völlig unterschiedlich. Während die strahlendweiße Odore di Femmina , White torso 2 / Strands" (2010) den ästhetischen Ansprüchen des Auges entspricht, erinnert Bust of a Muse: The golden ball (Sisters) (2008) an eine verblasste Wasserleiche. Auch wenn andere Kunsthistoriker wahrscheinlich anders interpretieren und vergleichen würden. Mich erinnern die Figuren jedoch eher an verwucherte menschliche Überreste oder Ausgeburten der Tiefsee ("Almée" 2010 - 2011 ). Mein Französisch-Wörterbuch belehrt mich nun allerdings eines besseren. Findet es selbst heraus!


Zwar auf französisch, gibt dennoch einen guten Einblick in die Werkstatt:

1 Kommentar:

  1. Phat.. Sowas hab ich schon mal gesehen! Ich steh auf Keramik.. Fürs nächste Semester hab ich mir selbst mal sowas vorgenommen.. Zusammen mit 10000 anderen Sachen ;)..
    Grüßchen

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