Dienstag, 26. Juni 2012

Künstlervorstellung: Christoph Schlingensief

Schlingensief gehört wohl zu den Künstlern, die erst nach ihrem Tod wirkliche Beachtung und Respekt bekommen. Einige werden ihn möglicherweise aus seiner Arte Show "Eine Nacht mit..." (2002)kennen. (Man erinnere sich bloß an diese grandiose Folge mit Michel Friedman.) Andere erinnern sich vielleicht an die Viva Show (und erstes Behindertenmagazin im deutschen Fernsehen) Freakstars 3000 (2002), in der er geistig und körperlich behinderte Menschen für eine Band castete, und MTVs U3000 (2000), die er für seine Performances in U-Bahnen nutzte. Aber nur wenigen wird wohl dabei klar gewesen sein, dass es sich hierbei nicht nur um einen bekloppten Kerl, sondern um einen Regisseur, Professor für freie Kunst und Künstler handelt.

Das letzte Projekt vor seinem Tod 2010, das er noch plante, war der Deutsche Pavillon bei der Biennale 2011 in Venedig.

Wenn ich heute mir Aufzeichnungen auf Youtube anschaue und mir die Kommentare durchlese, bestätigen sich meine Annahmen nur. Schlingensiefs Humor und Art wird nicht verstanden. Er ist Künstler, es liegt in seiner Natur sich selbst zu inszenieren. Das Medium TV, das die eigentliche Performance in sich selbst noch einmal abstrahiert und ihn vom Zuschauer distanziert, verstärkt diesen Effekt.




Ich kann euch echt nur raten euch durch Youtube zu klicken und euch einige Videos anzuschauen. (Durch die Nacht mit Friedman oder durch die Nacht mit Immendorff sind sehr zu empfehlen.) Darunter findet man auch einige Reportagen zu seiner Arbeit zum Operndorf Afrika. Auch nicht zu verachten ist die Homepage, die weiterhin aktualisiert wird.








Querverstümmelung, Installation, 2007


Er wollte nicht gemocht werden. Und bewirkte doch das Gegenteil.

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